Etappe 7

Valle del Chiese (Roncone) – Arco

Auch am siebten Tag wartet noch einmal eine richtige Transalp-Etappe. Auch wenn die Kilometer-Angabe dazu verleitet, diese bereits abzuhaken. Vorsicht! Dem ist nicht so, denn es kommt noch mal eine richtige Ladung Mountainbiken. Los geht es mit einem kurzen Anstieg und einer Serie von lässigen Trails am östlichen Talrand, die noch einmal erkennen lassen, was das Valle del Chiese alles zu bieten hat. Das ist nämlich ein Trailparadies, das die Transalp leider nur zu einem Bruchteil erkunden kann. In Cimego, weiter unten im Tal angekommen, das in Richtung Lago d’Idro in südlicher Richtung abfällt, beginnt der erste Anstieg auf einem asphaltierten Weg hinauf zum kleinen Weiler Rango. Nun folgt ein Höhepunkt dieser Etappe, ein sehr schmaler Pfad durch den lichten Wald, der am Kamm entlang immer wieder Blicke über das Tal freigibt, aber auch eine gute Balance auf dem Bike erfordert, um von der einen oder anderen schrägen Wurzel nicht aus dem Rhythmus gebracht zu werden. Der Pfad führt zum Passo Giovo, einem unscheinbaren Sattel im Wald über Tiarno di Sopra im Ledrotal. Die Abfahrt da hinunter hat es allerdings in sich. Vom Passo Giovo beginnt diese mit einem lässigen Trail, der sich aber bald – glücklicherweise nur über eine Länge von 200 Metern – zu einem elendig verblockten Enduro-Monster verwandelt. Chapeau! – wer alles fährt, die meisten werden kurz tragen müssen. Nach diesem Abschnitt wird es nicht weniger wild, aber weitaus lässiger. Hinab nach Tiarno folgen nun ein paar fast schon vergessene Pfade, die richtig Spaß machen, wenn man auf die eine oder andere knifflige Stelle mit Wurzeln oder größeren Steinen vorbereitet ist. In Tiarno di Sopra angekommen heißt es erst einmal entspannen. Auf der Straße geht es flach über Tiarno di Sotto weiter nach Bezzecca. Dort beginnt der Anstieg vom Ledrotal zur Bocca di Trat, einem Gardasee-Klassiker. Meist geht es angenehm auf einem asphaltierten Weg hinauf, nur am Ende führt ein Forstweg zur Alm und danach ein erdiger Waldweg hinauf zum Pass. Die Abfahrt von der Boca di Trat hinunter zur Malga Grassi hat es in sich. Es ist einer dieser, für den Lago typischen Karrenwege mit einem Untergrund aus losem Geröll. Glücklicherweise ist das eine offizielle Bikeroute, die von vielen genutzt wird, weil auch das Rifugio Pernici ganz oben einen so guten Ruf genießt. Deshalb ist meist schon eine Spur in Trailbreite eingefahren, die es zu treffen gilt. Dennoch: hier braucht es viel Gefühl und einen guten Blick für die richtige Linie. Rumpelig und anstrengend für die Hände und Unterarme wird es dennoch werden. Auch auf dem flacheren, breiten Karrenweg von der Malga Grassi nach Campi sollte man die Konzentration nicht ganz verlieren, denn auch der ist noch einmal ruppig. Erst in Campi wird der Untergrund zahmer. Zunächst auf der Straße, später auf Schotterwegen und grob asphaltierten Wirtschaftwege geht es schließlich über Pranzo, Tenno, Volta di No und Varignano hinüber ins Ziel in Arco. Und erst jetzt, wirklich erst jetzt, nach diesem letzten wummernden Schlussakkord, ist die Transalp 2018 geschafft.

EtappeStreckeAnspruchKilometerHöhenmeter
Etappe 7Valle del Chiese - Arco460,412.309
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