Etappe 5

KALTERN - SAN MARTINO DI CASTROZZA

Ein Tag in der Wärme und wieder ab in die Berge, da bleibt keine Zeit, sich auf ein Klima einzustellen. Auf Etappe 5 geht es von den Weinbergen und Apfelplantagen am Badestrand des Kalterer Sees wieder tief hinein in die raue Bergwelt der Dolomiten, vom satten Grün der Rebstöcke ins kahle Steingrau des Hochgebirges. Keine andere Etappe bietet einen größeren Niveau-Unterschied. Die Baita Segantini, die Panorama-Hütte vor den Spitzen der Pale di San Martino, thront 2000 Meter über der Etsch, an deren Ufer der Anstieg beginnt. Auch das ist eine Besonderheit dieser Etappe: Den kurzen Zwischenabstieg ins Val di Fiemme einmal außer Acht gelassen, besteht diese Etappe aus einem einzigen, langen Anstieg von fast 70 Kilometern Länge, bei dem eben diese 2000 Höhenmeter Netto erklommen werden. Und die, eingerechnet der Zwischenabfahrten, auf 2500 Meter Brutto hinauf korrigiert werden müssen. Das Angenehme daran ergibt sich schon rein rechnerisch: Es wird nie richtig steil. Nicht, wenn es auf der alten Bahntrasse vom Etschtal hinüber ins Val di Fiemme geht und man einen letzten freien Blick über das breite Tal und Südtirols Süden erhaschen kann. Nicht, wenn man sich da wo der Marcialonga verläuft, einer der berühmtesten Volksskiläufe weltweit, von Molina bis Predazzo durch das Val di Fiemme hinaufkurbelt. Und auch nicht, wenn es von Predazzo hinauf geht in die üppigen Wälder von Paneveggio mit den besonderen Bäumen, den Fichten, die das feine Klangholz für den Geigenbau liefern. Das Holz, das Stradivari für einige der begehrtesten und teuersten Instrumente der Welt verarbeitet hat. Wenn man aus diesem Wald herauskommt, klingen einem aber nicht mehr die Ohren. Jetzt, im Val Venegia angekommen, funkeln die Augen, wenn sich das große Amphitheater öffnet und die Nordflanke der Pale di San Martino über einem Talkessel aufragt, in dem sich der Weg den Wänden in Serpentinen immer weiter nähert. Bis man sie ganz oben an der Baita Segantini fast greifen kann. Herum um die Cima Vezzena, den Nordwestpfeiler des Bergmassivs, windet sich der Weg nun herum zum Passo Rolle, um nach kurzer Abfahrt auf der Straße auf einen rassigen Trail abzubiegen, der fast gerade hinab führt nach San Martino di Castrozza.

EtappeStreckeAnspruchKilometerHöhenmeter
Etappe 5KALTERN - SAN MARTINO DI CASTROZZA493,632.543
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