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Gnädige Königsetappe

08.07.2021 - 08:26

Nach dem Höllenritt vor zwei Tagen schien die gestrige Königsetappe von Aprica nach Pellizzano den Teilnehmer*innen gegenüber ein wenig milder gestimmt. Zwar war sie mit 99 Kilometern und 3.270 Höhenmetern die längste und kletterreichste Strecke der sieben Tage, doch gab es einige Stellen, an denen nicht ausgeruht, aber doch etwas durchgeatmet werden konnte.

So war der lange Asphaltanstieg Case di Viso für manche ein wenig langwierig, für die meisten aber aufgrund der Länge der Etappe sehrwillkommen. Auf der sich lang dahin ziehenden Seitenstraße konnten die Beine einen guten Rhythmus finden und der Kopf durfte ein wenig entspannen. Denn die hohe Konzentration, die beim Mountainbiken ganz besonders wichtig ist, raubt viele Körner, zusätzlich zu den kräftemäßigen Einbußen. „Man kann sich nicht permanent einhundert Prozent konzentrieren. Vor allem bei einem Etappenrennen bedarf es eines guten mentalen Managements.“, erklärt Lennard Heidenreich, einer der beiden Drittplatzierten im Gesamtklassement der Männer-Teamwertung. 

Aber auch ein gutes Kräfte-Management ist wichtig. So war den beiden luxemburgischen Einzelstartern Raphael Steil und Nicolas Klemann zwar zu viel Asphalt in der Etappe vertreten, doch betont Raphael im selben Atemzug: „Für die lange Etappe war das genau richtig. Man konnte einen guten Rhythmus am Berg zu finden.“ Christina Baganz und ihre Tochter Chiara, die trotz der Strapazen niemals den Spaß verlieren, stimmen hier völlig zu: „Es war zwar sehr lang heute, aber gestern fanden wir es heftiger.“

Die Trailabfahrten seien auf der vierten Etappe besonders traumhaft gewesen. „Der letzte Trail war der beste meines Lebens!“, freut sich Lennard Heidenreich nach der Zieleinfahrt noch immer. Auch Julian Philipp, gestriger Sieger in der Masters-Teamwertung, betont die Besonderheit dieser technischen Abfahrt. „Das war einfach episch.“, schwärmt er kurz vor seiner Siegerehrung. Zudem sei dieser lange Trail zwar sehr technisch, aber fahrbarerer als gestern gewesen, wie einige Fahrer*innen betonen. 

Ausgeruht werden konnte sich auf der heutigen Königsetappe ganz sicher nicht, aber immerhin durfte sich die Psyche das ein oder andere Mal ein wenig ausruhen.  
 

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