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Ein neues Blatt nach der Abschlussetappe

09.07.2022 - 15:30

Auch das schönste Rennen geht einmal zu Ende. Heute führte die letzte Etappe der MAXXIS BIKE Transalp 2022 die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Lavarone nach Riva del Garda, wo nach dem Rennen die Stimmung gigantisch war. Unter den Schnellsten wurde heute noch einmal neu gewürfelt. In der Teamkategorie der Masters kam es zu einem Leader-Tausch und bei den Herren-Teams wurde die Siegesserie des Teams 7C-ECONOMY-WILIER durchbrochen.

Freude, Erleichterung, Stolz, aber auch Melancholie waren heute die Begleiter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die an dem sonnigen Morgen ein letztes Mal bei der MAXXIS BIKE Transalp 2022 gespannt auf den Startschuss warteten. Die Abschlussetappe führte über 79 Kilometer und mit 2.120 Höhenmetern von Lavarona nach Riva del Garda und stellte damit noch einmal eine anspruchsvolle BIKE Transalp-Etappe dar. Am Gardasee war die Freude der Finisher sichtlich groß.

Die letzte Etappe führte nicht nur zum ersehnten Ziel, sondern auch durch ein Stück Geschichte. Vor 100 Jahren wütete der 1. Weltkrieg über der Hochebene Folgaria, Luserna und Lavarone. An den Festungen führte auch die heutige Strecke vorbei. Von Carbonare bis Serrada kamen auf den Militärwegen bereits 1.000 Höhenmeter zusammen. Belohnung boten die traumhaften Panoramen, die sich auf den Bergkuppen boten. Abschluss fand die Militärgeschichts-Führung mit einem technisch-anspruchsvollen Trail nach Serrada hinunter. Hier schloss eine steile Abfahrt auf Trails, Waldwegen, Karrenwegen und Straßen hinab bis ins Etschtal an. In diesem Downhill waren 1.000 Tiefenmeter im Nu abgespult. Schließlich folgten einige Kilometer auf dem Radweg bis Rovereto. Hier begann dann auch der Anstieg hinauf zur Passhöhe am Monte Faé, der am Schluss mit einer 17%-Rampe noch einmal maximalen Krafteinsatz erforderte. In Nomesino kreuzte die Strecke nun das Val di Gresta und führte zum Maso Naranch, wo auch der Naranch-Trail startete: ein letztes Schmankerl dieser MAXXIS BIKE Transalp. Weiter zum Marmitte dei Giganti folgte schließlich ein Schotterweg nach Arco. Nun ging es flach auf Straßen bis nach Riva del Garda weiter, wo der Zielbogen auf alle Finisher wartete.

Bei den Schnellsten ging es heute noch einmal richtig zur Sache. Am letzten Tag wurden die Karten neu gemischt – vor allem auch, weil sich am letzten Tag die Defekthexe in das Starterfeld mischte.

Nach sechs Tagessiegen in Folge schien das Team 7C-ECONOMY-WILIER unbesiegbar. Am letzten Tag aber wurde der Siegeszug der beiden Fahrer durchbrochen – auch wegen ihres Defekts. Mit mehr als 15 Minuten Rückstand auf die heutigen Gewinner Teus Ruijter und Tim Smeenge vom Team KMC erreichten Carlos Arroyo Herrera und Luis Snachez Mejia heute das Ziel an ungewohnter vierter Stelle. Auch die Zweitplatzierten Michael Wohlgemuth und Philip Handl vom Team Texpa Simplon/MC Racing by Casa überquerten die Ziellinie heute mit einem Rückstand von über 19 Minuten auf die Sieger und mussten dadurch ihren zweiten Platz in der Gesamtwertung, den sie in den vergangenen Tagen mit einer rasanten Aufholjagd übernommen hatten, am letzten Tag doch wieder an das Team KMC abgeben. „Ich hatte einen Platten, den wir schnell beheben konnten“, berichtet Handl. „Dann habe ich mir die Felge zerfahren, wodurch wir viel Zeit verloren haben. Ich habe dann ein Ersatzrad von den Helfern des führenden Master-Teams bekommen. Ohne diese Hilfe wären wir sicher bis jetzt noch nicht im Ziel angekommen“, führt Handl dankend fort. Frust aber ist den beiden jungen Fahrern nicht im Geringsten anzumerken. Strahlend erklärt Wohlgemuth: „Es war ein großartiges Rennen. Wir sind mit Platz 3 sehr zufrieden. Und das KMC-Team ist heute unheimlich stark gefahren.“

Bei den Master-Teams gab es nach der letzten Etappe doch noch einen Leader-Trikot-Tausch. Nach ihrem gestrigen Tagessieg startete das Team BULLS aus Michael Anthes und Karl Platt mit nur 1:18 Minute Rückstand auf das führende Team in der Gesamtwertung in das Rennen. Sie hatten es bereits gestern betont: sie würden heute alles geben, um den Gesamtsieg vielleicht doch noch mit nach Hause nehmen zu können. Sie haben nicht zu viel versprochen. Mehr als fünf Minuten konnten sie heute auf das 7C-WILIER-Team herausfahren und durften somit nach der siebten Etappe das blaue Leadertrikot mit nach Hause nehmen. Dabei wurden beide Teams nicht von den besten Bedingungen begleitet. Das 7C-Willier-Team hatte mit Defekten zu kämpfen und einer nicht auf die beiden Fahrer zugeschnittenen Etappe. Auch bei den BULLS-Fahrern mischten sich zwei Plattfüße ein. „Unsere Nerven lagen heute blank. Wir dachten schon, wir hätten es nicht geschafft“, berichtet Platt im Ziel. „Ich habe nach der Zeitnahme mein Handy gezückt und sofort geschaut, ob wir das Trikot haben.“ Die Freude war natürlich groß, als die beiden BULLS-Fahrer die Bestätigung schwarz auf weiß hatten.

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