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Bei Tubeless ist das Pannenrisiko niedriger

21.01.2020 - 15:35

Grip, Rollverhalten und Pannenschutz in Einklang bringen: Uli Guppenberger von Maxxis hat ein paar wertvolle Tipps für das Transalp-Reifensetup.

Siegen oder Durchkommen? Die Reifenwahl hängt sehr vom Anspruch ab. Was muss ein schneller Race-Pneu können. Was ist für Jedermänner ein guter Kompromiss aus Rollwiderstand, Gewicht und Grip? Welche Reifendimensionen (Reifenbreite) machen für eine Transalp noch Sinn? Uli Guppenberger: Profis fahren mit Reifenprofilen, die für den Normalfahrer zu wenig Grip bieten. Den Lieblingsreifen von Nino Schurter, den Maxxis Aspen, würde ich Normalfahrern daher bei der Transalp nur auf dem Hinterrad empfehlen. Aber sonst ist der Anspruch bei so einer Etappenfahrt, wo es nicht alle paar Kilometer technischen Service gibt, für alle Teilnehmer gleich: Mit Reifen zu fahren, die einen sicher durch die ganze Etappe bringen. Der Trend geht auch bei XC Bikes zu breiteren Reifen. 2.20" ist so etwa die Basisbreite, 2.25” eine sehr gängige Größe und XC orientierte Reifenmodelle bis zu etwa 2,35” machen Sinn. Der “normale” Teilnehmer hat auch einen Vorteil, wenn er Reifen fährt, die die ganze Transalp durchhalten - das ist bei den Profis egal, die lassen die Reifen einfach wechseln, wenn nötig täglich. Eine ganze Transalp durchzuhalten sollte mit den modernen Gummimischungen von Maxxis kein Problem sein, ich kann mich aber noch an eine Transalp vor etwa 15 Jahren erinnern, als viele Teilnehmer die damaligen “Testsieger” Reifen einer anderen Marke nach zwei Tagen schon komplett abgefahren hatten.

Das Profil ist neben der Gummimischung für den Grip entscheidend. Was ist für Dich ein gutes Profil für eine Transalp? Das hängt jetzt sowohl vom Fahrkönnen des Fahrers als auch von der Etappe ab. Einfluss hat auch, ob der Reifen vorne oder hinten montiert wird. Da die Anforderungen auf einer Transalp sehr unterschiedlich sind, ist ein gutes Profil für die Transalp ein Universalprofil, das gut rollt und gleichzeitig guten Grip bietet. Unser erfolgreichster Allroundreifen ist der „Ikon“. Neu und ein kommender Star ist der „Rekon“, der etwas breiter baut. Wenn ein Fahrer viel Grip will, ist auch der „Forekaster“ eine sehr gute Wahl, vor allem vorne.

Wie viel Sinn manchen Reifenkombinationen für vorne und hinten? Da sich die Anforderungen an einen Vorderrad- und an einen Hinterradreifen unterscheiden, machen Kombis durchaus Sinn. Auf dem Hinterrad lastet mehr Gewicht, deshalb kommt es mehr auf das Rollverhalten an, der Vorderreifen ist weniger belastet aber entscheidend für den Kurvengrip, deshalb kann man da eher ein etwas offeneres Profil wählen. So gesehen machen Kombis wie vorne „Rekon“, hinten „Rekon Race“, vorne „Ikon“, hinten „Aspen“ oder „Crossmark II“ oder auch vorne „Forekaster“ und hinten „Ikon“ schon Sinn. Das ist eine individuelle Entscheidung eines jeden Fahrers. Zwei gleiche Reifen geben dem einen ein besser definiertes Fahrverhalten, der andere wählt eine Kombi, weil die gefühlt leichter rollt. Man kann eigentlich nichts entscheidend falsch machen, außer wenn man sein Fahrkönnen grob überschätzt und die schwerste Etappe bei Regen auf Semislicks bewältigen will.

Die Transalp führt über grobe, steinige Bergwege aber auch Wurzeln. Wie schaffe ich es, guten Pannenschutz mit wenig Gewicht und guten Rolleigenschaften in Einklang zu bringen?
Grundsätzlich sollte man für die Transalp immer Reifen mit Seitenwandschutz wählen. Bei Maxxis heißt dieser Schutz EXO, bei anderen Marken gibt es ähnliches. Auch wenn man nicht Tubeless fährt, sind die Reifen, die “Tubeless Ready” sind, in der Regel stabiler als die reinen Schlauchversionen der gleichen Reifen. Da hochwertige XC-Reifen aus Performancegründen keine Pannenschutzlagen wie Enduro- oder DH-Reifen haben, bleibt je nach Fahrer, Fahrstil und Reifen(marke) auf den groben steinigen Bergwegen immer ein gewisses Restpannenrisiko, das man mit Tubeless Aufbau deutlich verringern kann.

Tubeless oder Schlauch? Was ist für Dich die bessere Wahl? Nicht nur für Profis, auch für langsamere Teilnehmer und Teilnehmerinnen? Für ein Rennen wie die BIKE Transalp eindeutig Tubeless. Das Pannenrisiko ist bei korrektem Aufbau sehr viel niedriger und der Grip ist durch die Möglichkeit mit etwas weniger Luftdruck zu fahren besser. Bei einem möglichen Defekt auf der Strecke ist der Aufwand bei Tubeless natürlich höher, und man sollte es sich vorher überlegen oder besser üben, wie man dann die Dichtflüssigkeit rauskriegt und den Ersatzschlauch einbaut. Wenn die Laufräder Tubeless Ready sind und die Reifen sind es auch, würde ich Tubeless fahren. Vielleicht auch nur für die Transalp, und danach als Normal-Biker wieder auf Schlauch zurückrüsten, wenn ich mich nicht regelmäßig um die Pflege der Tubeless Räder kümmern will.

Wann macht ein Reifenwechsel Sinn? Wie alt darf ein Reifen für eine Transalp sein? Es macht sicher Sinn, mit fast neuen Reifen bei der Transalp zu starten. Fast neu heißt, dass man sich überlegt, mit welchen Reifen man dieses Abenteuer starten will, ein paar Tage oder Wochen vorher die Reifen montiert oder montieren lässt und sich dann schon vorher an das Fahrgefühl gewöhnt. Die Transalp beansprucht je nach Fahrstil und Strecke die Reifen extrem. Alte abgefahrene Reifen können das Erlebnis Transalp wirklich ruinieren und deshalb sind neuwertige Reifen eine gute Basis für den Start und ein Baustein zum Erfolg der ganzen Woche.

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