Termin 16. - 22.07.2017

Mit fremdem Herzen in der Brust

Als 2012 plötzlich sein Herz aufgehört hat zu schlagen, hat wohl niemand mit dem gerechnet, was in den nächsten fünf Jahren noch alles passieren sollte. Denn nach seiner erfolgreichen Operation gilt Elmar Sprink mittlerweile als fittester Herztransplantierter der Welt, dessen sportliche Ambitionen schlicht einer medizinischen Sensation gleichkommen.


Neues Herz, neues Leben – und enorme sportliche Ambitionen zeichnen Elmar Sprink aus © Stefan Nimmesgern

In diesem Sommer folgt das nächste Kapitel dieser unglaublichen Geschichte, wenn der 46-Jährige gemeinsam mit Teampartner Klaus Schmitz in der Masterklasse der BIKE Transalp an den Start gehen wird.

Was nach purem Wagemut klingt, ist allerdings nichts weiter als der nächste Punkt auf der to do-Liste Sprinks, der nach der Herzverpflanzung an über 50 Ausdauerevents, darunter Transalpine Run, Cape Epic und Ironman Hawaii, teilgenommen hat.

„Ziele sind für mich das Wichtigste“, erklärt der Sportenthusiast, „zu Beginn war es, wieder gehen zu lernen, jetzt sind es eher Ausdauerevents, wo es darum geht, das Ziel mit einem Lächeln zu erreichen. Gerne auch über mehrere Tage, denn das macht es spannend.“

Sprink liebt die Schinderei, das Brennen der Muskeln und lässt keine Gelegenheit zum Höhenmetersammeln aus. Dass die besondere Leistung bei der BIKE Transalp in der Ausdauer liegt, das weiß der Ironman am besten: „Jede Etappe ist eine Herausforderung. Und bei sieben Tagen hat man auch mal einen schlechten Tag.“

Neben der persönlichen Grenzerfahrung ist es ihm aber auch wichtig, bei dieser Transalp Menschen mithilfe seiner Geschichte, die bereits von namhaften Medien in TV, Radio und Print aufgenommen wurde, für das Thema Organspende sensibilisieren.

„Ich versuche auf das Thema Organspende aufmerksam zu machen oder Geld zu sammeln, für Menschen, denen es nicht so gut geht,“ erklärt der Triathlet.

Vor allem weil Sprink aus eigener Erfahrung weiß, dass Gesundheit das höchste Gut ist: „Ich habe leider die andere Seite von einem auf den anderen Tag kennenlernen müssen. Das Leben findet jetzt statt.“


Freut sich auf lange Anstiege bei der Transalp - Elmar Sprink © Sportograf

Und um das Hier und Jetzt, die eindrucksvollen Momente und den Teamgeist geht es ihm auch bei der siebentägigen Hatz über die Alpen. „Ich freue mich schon auf die Ausblicke und auf die längeren Anstiege, die meinem transplantierten Herzen besser liegen als die vielen kurzen „Stiche“ beim Epic“, sagt Sprink, „und natürlich auch auf die Berge, tolle Trails, hoffentlich super Wetter und auf ein Bier mit Klaus im Ziel am Gardasee.“

Mit seinem Teampartner war der ehemalige IT-Spezialist noch nie bei der Transalp aber schon bei anderen Events wie Läufen, Triathlons oder Radrennen am Start. Auch abseits von Sportveranstaltungen sind die beiden gemeinsam unterwegs.

„Klaus ist ein sehr starker Radfahrer. Zudem nenne ich ihn immer McGyver, denn er kann ein Fahrrad einfach so auseinander und auch wieder zusammenbauen. Man bringt ihn durch wirklich fast nicht aus der Ruhe.“